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  • Mit oder ohne Personalagentur?

    Montag, den 25. Januar 2016 von Veronika Walter
    Charité

    Sie haben sich nach langen Überlegungen entschieden, Ihre Karriere als Arzt/Ärztin in Deutschland zu beginnen oder fortzusetzen? Diesen Schritt können Sie alleine gehen oder dabei die Dienste einer Personalagentur in Anspruch nehmen: Einige Hundert Vermittlungsagenturen bieten Ihnen an, Sie bei Migration, administrativen Angelegenheiten und Stellensuche zu unterstützen. Ob mit Hilfe einer Agentur oder unabhängig, beide Wege bringen Vor- und Nachteile mit sich – wir nennen Ihnen hier die wichtigsten:

    Personalagentur

    Vorteile:

    Sie brauchen sich – bei einer seriösen Agentur – um nichts zu kümmern: Die Mitarbeiter kümmern sich um Ihre Berufserlaubnis oder Approbation, erstellen Ihre Unterlagen, arrangieren Bewerbungsgespräche, assistieren bei der Wohnungssuche. Sie bekommen Unterstützung beim kompletten Migrationsprozess – manche Agenturen bieten Ihnen auch vorbereitende Sprachkurse und finanzielle Hilfen. Etablierte Agenturen haben gute Kontakte zu Kliniken und Praxen, so dass Sie bessere Chancen vor anderen Bewerbern haben.

    Nachteile:

    Die Agentur arbeitet nicht gratis – meistens bekommt die Agentur eine Provision von dem Krankenhaus oder der Praxis, wo Sie arbeiten. Agenturen vereinbaren daher oft mit Ihnen einen Exklusivvertrag. Dabei verpflichten Sie sich, sich nicht selbständig zu bewerben oder nicht mit anderen Agenturen zusammenzuarbeiten. Vorsichtig sollten Sie sein, wenn die Agentur von Ihnen hohe Gebühren für eine Vermittlung verlangt. Auch Kosten für Sprachkurse sind bei einer Agentur oft höher als bei Sprachinstituten.

    Eigene Bewerbung bei Kliniken

    Vorteile:

    Sie können sich selbst die attraktivsten Arbeitgeber aussuchen, ohne an eine Agentur und deren Partnerkliniken gebunden zu sein. Mit der Zeit bekommen Sie ein Gespür für den medizinischen Arbeitsmarkt.

    Nachteile:

    Sie stehen in Konkurrenz zu allen anderen Bewerbern – Ihre Bewerbungsunterlagen müssen Sie selbst erstellen und versenden – dies kann zeitaufwändig sein. Sie stehen dabei in Konkurrenz zu allen anderen Kandidatinnen und Kandidaten – Kliniken bevorzugen oft Bewerber von deutschen Universitäten. Auch für die formelle Korrektheit Ihrer Bewerbungsunterlagen sind Sie selbst verantwortlich – wenn diese nicht den hohen Anforderungen deutscher Arbeitgeber entsprechen, haben Sie keine Chance auf eine Bewerbungsgespräch. Kommt es zu einem Interview, sind Sie auf sich alleine gestellt – ein Bewerbungscoaching müssen Sie sich selbst organisieren. Bedenken Sie auch, dass die Behördenangelegenheiten wie Approbation, Aufenthaltsgenehmigung, Anmeldung bei deutschen Ämtern sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann – Zeit, die Sie als junger Arzt/junge Ärztin oft nicht haben.

    Wenn Sie sich entscheiden, über eine Agentur nach Deutschland zu gehen, prüfen Sie die Agentur vor der Unterzeichnung eines Vertrags: Bitten Sie um Referenzen, erkundigen Sie sich nach er Anzehl der Krankenhäuser, mit denen die Agentur kooperiert und lassen Sie sich eventuell die Kontaktdaten von erfolgreich vermittelten Kandidaten geben.

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