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  • Was ist mein Sprachzertifikat wert?

    Sonntag, den 7. Februar 2016 von Veronika Walter

    Offiziell ist es immer noch ganz einfach: Bei einigen Landesärztekammern genügt – offiziell – ein Sprachzertifikat auf dem Niveau B2 und der Weg für die Approbation scheint frei. Es ist nicht allzu schwierig, diese Hürde zu nehmen: Die B2-Prüfungen sind immer noch relativ leicht zu bestehen – um das Zertifikat zu erhalten, genügen 60 Prozent der Punkte. Oft sind Sprachinstitute sehr großzügig bei der Vergabe von Zeugnissen: Wer bei einem Sprachinstitut einen oder mehrere Kurse besucht hat, hat dem Sprachinstitut oft gutes Geld gebracht – daher ist es oft so, dass die Sprachschule den Teilnehmern gern auch noch ein Zertifikat ausstellt. Erstens verdient sie nochmal an der Prüfungsgebühr – zweitens macht es einen guten Eindruck, wenn die eigenen Teilnehmer nach den Kursen auch noch eine offizielle Bescheinigung in den Händen halten. Natürlich wünschen wir allen Sprachkursteilnehmern an allen Schulen Erfolg – oft treten aber nach der B2-Prüfung Probleme auf: Viele Teilnehmer mit B2-Zertifikat legen noch eine Fachsprachprüfung bei einer Ärztekammer ab – und fallen dort unerwartet durch. Der Grund liegt auf der Hand: Zum einen wird gerade die Kenntnis der medizinischen Fachsprache von den Kandidaten unterschätzt, zum anderen sind die Prüfungskommissionen der Ärztekammern oft weniger wohlwollend gegenüber den Prüflingen eingestellt – so ergibt sich dort eine wesentlich höhere Durchfallquote als bei Sprachinstituten.
    Die letzte Hürde auf dem Weg zur Tätigkeit als Arzt in einer Klinik bleibt immer noch das Bewerbungsgespräch – und immer mehr Chefärzte und Klinikleiter achten sehr genau auf die Sprachkenntnisse der Bewerber – oft müssen diese vor der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch ein kurzes Telefoninterview durchlaufen – so wollen die Arbeitgeber von Beginn an die Deutschkenntnisse der Bewerber testen. Wir empfehlen daher, die B2-Prüfung immer bei einem anderen Sprachinstitut abzulegen, niemals dort, wo Sie Ihre Kurse besucht haben – das führt oft zu einem objektiveren Ergebnis. Wer bei der Jobsuche auf Nummer Sicher gehen will, peilt von Beginn an ein Sprachzertifikat auf dem Niveau C1 an – die Jobchancen steigen damit um ein Vielfaches.

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